Das war wieder ein Wochenende...
Erst einmal eine kleien Erklärung bezüglich 10mila (Tiomila):
10mila ist ein Orientierungslauf-Wettkampf, der jährlich in der Umgebung von Stockholm stattfindet. Dieses Jahr fand Tiomila in Eskilstuna statt.
Tiomila bedeutet "10 Meilen". Damit sind aber nicht etwa die 10 Meilen, bzw. 16,09km wie beim GP von Bern oder so gemeint, nein, in Skandinavien heissts 1 Mila = 10 Kilometer. Somit ist das Ziel dieses Wettkampfes klar: 100km OL. Dies gilt aber nur für die Hauptkategorie der Männer. Die sind 10 Leute in einem Team. Es wird eine OL-Staffette gelaufen, wobei jeder im Durchschnitt 10km laufen muss. Bei den Frauen ist besteht ein Team aus 5 Leuten und jede läuft zwischen 3.5 und 9 km. Für Infos: www.10mila.se (es gibt eine Version auf Englisch)
Wie kam ich überhaupt dazu?
Einer von der Orientierungslauf-Gruppe der NTNU hat ein Mail herumgeschickt, dass die OL-Gruppe nach Tiomila fährt und wer mitmachen will und NTNUI (NTNU-Unisport) Mitglied ist, das gerne tun kann. Wir waren dann schnell ein paar Leute, die das mal ausprobieren wollten und wir haben uns angemeldet. Die OL-Gruppe organisierte die Reise und auch die Zelte für die Übernachtung.
Freitag früh am Morgen, genau gesagt um 4.00h morgens fuhren wir in Moholt ab. Wir waren über 100 Leute; Norweger und ein paar Austauschstudenten. Die meisten gingen direkt vom Ausgang zum Bus, ich hab die Nacht auch gleich durchgemacht, leider nicht mit feiern, sondern mit dem Schreiben meiner Semesterarbeit.. Am Nachmittag machten wir in Karlstad einen Stop um unseren Einmarsch ins 10mila-Stadion zu üben. Wir marschierten mit Orchester, Cheerleader und alle in Grün-Gelb-Schwarz durch das Stadtzentrum von Karlstad. Anschliessend gings dann weiter nach Eskilstuna. Wir kamen um 18.00h dort an. Nach der Ankunft hiess es sogleich Busse entladen und Zelte aufstellen. Wir hatten sogar ein Saunazelt!
Wir gehörten zu den Ersten, welche auf dem Gelände waren. Die meisten reisten erst am Samstag an. Es wurde dann ein gemütlicher Abend mit Engangsgrill (Einweg-Grill)-Abendessen. Für mich hiess es noch, ein neues Team zu finden, da mich die Frauen in meinem Team im Stich liessen. Sie fanden, sie seien zu krank um zu rennen. Später hab ich dann erfahren, dass sich die Damen nur angemeldet hatten, um eine billige Reise nach Stockholm zu kriegen und gar nie die Absicht hatten zu rennen...
Nunja, ich fand dann ein Team mit norwegischen Chemie-Studentinnen, welche noch jemanden brauchten. Also war ich dann in der Gruppe "Over stokk og stein" dabei.
Am Samstag Vormittag füllte sich dann das Gelände langsam mit Leuten und wir machten um zwölf dann unseren legendären Marsch durch das Stadion. Die Schweden mussten wieder einmal gedacht haben: "Die spinnen, die Norweger!" Meine Vermutung hat sich bestätigt, dass wir so lange durch das Stadiongelände marschiert sind, bis uns das Fernsehen endlich gefilmt hat. Trotzdem, es war lustig.
Um 14.00h sind dann die Frauen zum OL gestartet. Ich hatte die zweite Etappe über gut 7 Kilometer. Es lief alles recht gut bis zum 9. Posten. Da habe ich mich total verlaufen und war an einem ganz anderen Ort, als ich dachte. Bei dem Posten habe ich 45min verplämpert. Der Rest ging dann wieder ohne Probleme. Immerhin habe ich alle Posten gefunden, was auch nicht jeder geschafft hat, von dem her bin ich mit meinem ersten OL-Wettkampf ganz zufrieden :-)
Nachts um 23.00h waren dann die Jungs dran. Das war recht eindrücklich, wie über 300 Leute alle mit Stirnlampe durchs Stadion gelaufen sind. Der Lauf der Herren ging bis am Sonntag um 14.00h. Am Sonntagmorgen habe ich kurz vor seinem Start noch meinen Klassenkameraden aus Beromünster Matthias Merz getroffen. Das war auch recht speziell, da trifft man sich 4 Jahre nach der Matura in Schweden wieder.
Nachdem die Jungs dann fertig waren, gings dann schnell wieder Richtung Norwegen und Trondheim. Am Montagmorgen um 4.00h waren wir dann wieder in Moholt. Alle ein bisschen zerknittert und übermüdet, aber trotzdem: Es war ein tolles Wochenende!!
Mit dem Wetter hatten wir übrigens wieder einmal richtig Glück. Es hat nicht einen Tropfen geregnet. Ansonsten hätten wir auch ein ziemliches Problem gehabt, denn viele Zelte hatten keinen Boden...
Hier habe ich schon mal eine Ladung Fotos, es kommen wahrscheinlich noch mehr, sobald ich sie mit anderen Leuten ausgetauscht habe.
Liebe Grüsse aus Norwegen
Marion